Anderwald – ursprünglich Camping

Es war einmal ein kleines Stück Strand am Faaker See.
Dahinter begann ein Uferwald, der sich weit ins Moor zog – dicht, wild, beinahe undurchdringlich. Nur ganz vorne, am Wasser, konnte man baden. Um dorthin zu gelangen, musste man durch den „Dschungel“.

Also entstand ein einfacher Weg von Ledenitzen zum See – der heutige Fitnessparcours. Er führte die Sommerfrischler schnurgerade zum Strand, genau dorthin, wo sich heute unser Campingplatz befindet.

Anfang der 1950er hatte Johann Anderwald die Idee, hier ein Stück Land für Camper herzurichten. Drei Plumsklos und eine Steckdose wurden installiert – purer Luxus, Camping in seiner reinsten Form. Und die Gäste liebten es.

Immer mit dabei war sein Sohn, ebenfalls Johann, damals acht Jahre alt. Abends gingen die beiden von Zelt zu Zelt und kassierten einen Schilling Campinggebühr. Wurde es dunkel, machten sich die Campingpioniere auf den Heimweg – durch das Moor, den Parcours entlang, zurück zum Bauernhof.

War der Platz voll und neue Gäste kamen, griff man zu Säge und Rodehauer, lichtete das Dickicht und schuf einen neuen Stellplatz: umrahmt von Bäumen und Büschen, geschützt und heimelig.

 

Viel hat sich verändert, seit hier das erste Zelt stand. Es kamen Steckdosen dazu, Sanitärgebäude wurden gebaut, erweitert, umgebaut. Leitungen wurden verlegt, Kanäle gegraben, Zelte auf- und abgebaut. Generationen verbrachten hier ihre Sommer, und nicht nur der Campingplatz, auch der Faaker See und die Welt haben sich gewandelt.

Und doch ist Wesentliches geblieben. Der Mittagskogel wacht noch immer über den See. Und unser Campingplatz ist nach wie vor ein Wald. Keine geometrischen Linien, keine starren Nummern – sondern ein gewachsenes, wildes Durcheinander der Natur, das Plätze formt und Bäume für Hängematten wurzeln lässt.

Ja, das Klima verändert sich, die Vegetation ebenso. Manchmal helfen wir der Natur ein wenig nach und pflanzen dort, wo ein alter Baum seinen Platz aufgegeben hat, einen neuen – möglichst schon in stattlicher Größe. Auch unsere Gäste haben geholfen: Gemeinsam mit den Vögeln verteilten sie die Saat zahlreicher Kirschbäume über den Campingplatz.

So soll auch in den kommenden Jahrzehnten ein Wald den Dschungel an den Ufern des Faaker Sees beerben. Denn Campingurlaub bedeutet Nähe zur Natur, Abenteuer und ein bisschen Romantik. Das Ursprüngliche war der Anfang dieses Ortes – und es ist seine Zukunft.
So bewahren wir auch weiterhin Camping in seiner reinsten Form

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